Dummheit wird bestraft

In Sport

Nun hat die Formel 1 Saison 2006 auch ihren ersten handfesten Skandal. Michael Schumacher, siebenfacher Formel 1 Weltmeister, muss in Monaco nun vom letzten Startplatz starten, nachdem er in seiner letzten Runde seinen Wagen in der Rascasse, der letzten Kurve vor Start/Ziel abgestellt hatte, und damit seinen Konkurrenten es unmöglich machte, eine schnellere Zeit zu fahren.

Das Problem dabei ist nicht, dass Schumacher nicht mal einen Fehler machen darf, sondern das Problem ist, wie komisch das aussah, denn es hatte wirklich allen Anschein, als ob er dieses absichtlich gemacht hätte. Ich hatte während des Qualifyings schon die Idee, dass Schumacher eigentlich nur an einer Stelle seinen Wagen in die Leitplanke bohren muss, was dann zu Gelb oder Rot geführt hätte, und er damit locker seine Pole gehalten hätte. Nun kam es dann ne halbe Minute später exakt so, allerdings eben nicht mit Leitplankenberührung, sondern einfach nur ungeschickt. Wenn er den Wagen dabei wirklich beschädigt hätte, dann wäre die Entscheidung der Stewarts möglicherweise anders ausgefallen, aber so, wie es passiert ist und im Fernsehen aussah, ist die Entscheidung nachvollziehbar.

Following the session, the stewards heard evidence concerning the incident from Schumacher – who claimed it was a genuine error – as well as Ferrari personnel. They also reviewed video footage and data evidence supplied by the team and the FIA.
Their finding was that Schumacher had no justifiable reason for braking so hard, as he had been traveling little or no quicker than at the same point on previous laps. They therefore concluded that he deliberately stopped his car on the circuit, an infringement of the sporting regulations.

Quelle: formula1.com

Ferrari und Michael Schumacher sehen das natürlich anders, und tatsächlich wirft die Entscheidung ein zukünftiges Problem auf. Es ist, auch mit den Daten der Teams und der FIA, einfach sehr schwer, einen echten Fahrfehler von einem vorgetäuschten zu unterscheiden. Und faktisch wird damit ein Fahrfehler bestraft, und auch noch so schwer, dass Schumacher eigentlich nicht mehr starten muss, denn die Rückversetzung in die letzte Reihe macht es gerade in Monaco nahezu unmöglich, noch Punkte zu holen. Allerdings muss natürlich ein Täuschungsversuch, wenn es denn wirklich einer ist, bestraft werden, denn sowas ist einfach unsportlich. Das ist also ein sehr schmaler Grat, auf dem die Stewarts da wandeln, denn die Entscheidungen haben, gerade auch in Bezug auf die Weltmeisterschaft, ja erhebliche Bedeutung.

Meinungen

Die Stewards sind ja nun nicht völlig blöde und werden sich gefragt haben, warum Schumacher ein zweites Mal gegen, bzw. geradelenkte. Mir rutschte spontan ein “Was eine dumme Sau!” raus, zumal es ja nun auch nicht der erste Vorfall dieser Art bei Schumacher war.

jo
#1 jo 28.05.2006 18:08

Ich bin ja auch der Ansicht, dass es höchstwahrscheinlich Absicht war. Aber das hat er so dumm und offensichtlich durchgeführt, das müsste ein Profi eigentlich besser können. Daher ja auch die Überschrift.

Dirk
#2 Dirk 28.05.2006 21:16

Hmm…ob das nun wirklich Absicht war oder nicht. Das kann man echt schwer sagen. hab mir selbst die Scene angeschaut und muss sagen das es schon sehr merkwürdig aussah.

Ich finde die Strafe generell aber zu hart.Aber bestraft werden sollte sowas aufjeden Fall.

Ich finde ihm sollte seine schnellste Runde gestrichen werden..das wäre dann die gerechte Strafe meiner Meinung nach.

Lars Decker
#3 Lars Decker 29.05.2006 14:48

Lars, Fisichella wurden seine drei schnellsten Runden gestrichen, weil er Coulthard blockiert hatte. Da kann die Strafe für absichtliches Blockieren von mehreren Fahrern ja schlecht geringer ausfallen. Und laut den Stewards war es ja Absicht, also müssen sie eine härtere Strafe verhängen. Ob diese nun verhältnismässig war, darüber kann man geteilter Meinung sein.

Dirk
#4 Dirk 29.05.2006 16:17