Die Musikindustrie glaubt Studie nicht

In Allerlei

Schon Ende März haben die zwei amerikanischen Wissenschaftler Felix Oberholzer-Gee und Koleman Strumpf eine Studie veröffentlicht, in der sie versucht haben, eine Korrellation zwischen den Aktivitäten und Downloads in einem P2P-Netzwerk und den CD-Verkäufen zu ziehen. Sie haben dazu die Logfiles eines Servers genutzt, auf dem OpenNap im Napster Netzwerk lief (es war Herbst 2002, da gab es Napster noch), und dazu die Verkaufszahlen von 680 Alben verglichen. Einen Einfluß konnten sie zwar feststellen, aber keinen, der die ach so großen Verluste der Musikindustrie erklärte. Diese erklärte aber die Studie für fehlerhaft, weil die Weihnachtszeit mit in dem Zeitraum war, was zu höheren Verkaufszahlen führt, weil auch viele CDs Weihnachten verschenkt werden. Die beiden Wissenschaftler haben daraufhin nur die erste Hälfte ihrer Daten ausgewertet, was aber nichts am Ergebnis änderte.

Eine mögliche Erklärung, die gegeben wird, ist der Preisverfall bei DVD-Playern und DVDs in diesem Zeitraum. Player kriegt man ja inzwischen nachgeworfen, wenn man nen Pfund Kaffee kauft, und auch die Preise von DVDs sind um 25% gesunken (von 1999 bis 2003). Der Markt für DVDs und VHS wuchs in diesem Zeitraum um 500 Millionen $, während CD-Verkäufe um 200 Mio. $ einbrachen. Es ist also wahrscheinlich, dass sich das Kaufverhalten einfach geändert hat.

Allerdings wird es wohl keine aktualisierte Studie dazu geben, denn da die Musikindustrie dieses Ergebnis nicht gefällt, werden diese wohl keine neuen Daten bekommen:

“The problem is getting hold of sales figures. Getting data on file sharing is hard, but it’s possible. However, I imagine it’s going to be difficult for us to get sales data in the future because of the views of the record industry towards us.”

Eine sehr gesunde Einstellung, die die Musikindustrie dort pflegt. Die Studie passt uns nicht, also ist sie fehlerhaft, und Daten für eine neue Studie bekommen sie erst recht nicht. Nachher zeigen die uns ja noch, das wir uns nur selbst in den Fuß schießen durch die Klagen gegen unsere Kunden.

Zumindest in meinem Fall kann ich das jedenfalls bestätigen: Ich habe Dutzende von DVDs gekauft in den letzten drei Jahren, während sich die Anzahl der gekauften CDs eher im Bereich 10 bis 20 befindet.

Ausführlicher gibts das ganze bei den folgenden Links:

Meinungen

Genau meine Meinung.Das versuche ich schon seit Jahren den Leuten zu erzählen. Sind doch die Großen der Musikindustrie doch auch die großen der Filme. Allen vorran Universal und BMG. Man muß doch nur mal in einen Saturn oder MediaMarkt gehen, und sich das dortige Kaufverhalten der Leute anschauen. Durch die neuen Dumpingpreise, stehen immer mehr Menschen um die DVDs all um die MusikCDs. Und man müsste sich einfach mal die Zahlen Verkaufszahlen seit der Einführung der billig DVDPlayern anschauen. Aber die Industrie klagt ja lieber, um niemanden zu erzählen, das sie ja mist gebaut haben, und den lauf der Zeit verpasst haben. Da ja jetzt Musikportale entstehen wie i-tunes und co. Maecki
#1 Maecki 28.07.2004 07:22